Summer Feeling Tour

Die weiße Hose, lieber zu Hause lassen

Annett Mitschke · 07.07.2022

Unsere Reise ins schöne Erzgebirge stand bevor. Auf der Suche nach einem Ausflugsziel, welches gleichermaßen für Eltern, Kinder und Oma interessant ist, sind wir beim „Weihrichkarzl“ in Sehmatal-Neudorf fündig geworden. Also-Telefonhörer in die Hand und Termin vereinbart.

Bitte merken, das ist wirklich wichtig. Sicher lässt sich für 2 Personen immer ein Platz finden, aber für größere Gruppen empfiehlt sich die Vorab-Buchung. In der Schauwerkstatt, wurden wir mit herzlichster, erzgebirgischer Mundart empfangen und zum Schutz unserer Kleidung mit Schürzen versorgt. Da Oma eine weiße Hose anhatte, war das eine sehr gute Idee. Die Tische, an denen wir später unsere Handwerkskunst ausprobieren sollten, waren fertig vorbereitet. Schüsseln, mit noch unklarem Inhalt, Messer, Brettchen und Gläser mit verschiedenen Düften warteten auf unseren Tatendrang. Ingo, unser „Karzl-Ausbilder“, erklärte uns die Hintergründe zur Entstehung des Karzl’s. Auch die Tatsache, dass diese Räucherkerzen nicht räuchern, weil nur natürliche Rohstoffe und Buchenholzkohle, keine Aromen, Farbstoffe und andere Chemikalien zur Herstellung genutzt werden, war nicht nur für die Asthmatiker in unserer Familie eine wichtige Erkenntnis. Zu Beginn unserer Manufaktur-Karriere gab es Karzl-Bier (gibt es nur dort) und leckeren Johannisbeerwein. Gut, morgens 10 Uhr muss das nicht unbedingt sein, aber ich wusste als Karzl-Wiederholungstäterin, was auf mich zukommt, von daher: Prost! Nicht wegen des Karzls, sondern wegen meiner Familie , die allesamt Neulinge auf dem Gebiet der Karzl-Macherei waren. Ingo erklärte uns die einzelnen Arbeitsschritte und half bei kleinen Problemen beherzt weiter. Es ist von Vorteil, genau zuzuhören, denn die Anweisungen zu Ablauf und Mengenangaben müssen für ein „1A-Karzl“ genau befolgt werden. Jeder konnte sich dafür einen individuellen Duft zusammenstellen. Von klassischem Weihrauch, über Lavendel, der im Sommer dann die Mücken vertreibt, bis hin zu beruhigendem Sandelholz war alles dabei. Der Teig war nun fertig, unsere Hände schwarz von der Kohle, und es dauerte nicht lange, da hatten die Kinder unsere Gesichter damit auch lustig verziert.

Nun ging es ans Ausrollen-das hat richtig gut geklappt. Beim Formen der Karzl war Fingerspitzengefühl gefragt. Das ist nicht jedem gegeben, Ausdauer auch nicht. Ich kenne meine Familie… Aber wir wollten gemeinsam was schaffen und so haben sich alle wirklich Mühe gegeben.  Die Ergebnisse konnten sich bei allen sehen lassen und wir waren glücklich über unsere selbst hergestellten Karzl. Zum Schluss wurde Alles noch in kleinen Kartons verstaut. Zur Belohnung gab es für die Kinder in der Leffelstub ein EIZ und eine große Runde Spielplatzspaß und Oma konnte noch mit mir das Ladengeschäft unsicher machen, um Erzgebirgskunst zu kaufen. Die Eintrittskarte zu unserem Karzl-Kurs fungierte hierbei als Rabattkarte. Das haben wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen lassen. Nun zünden wir uns an einem schönen Sommerabend ein Karzl an und erinnern uns an unsere Eindrücke von dem wunderschönen Dreiseithof, die lockere Kurszeit und daran, dass jede Generation unserer Familie bei diesem Ausflug glücklich gemacht werden konnte.

https://weihrichkarzle.de/


Einen Stempel erhaltet ihr ab einem Mindestumsatz von 15 €. (in der Leffelstub', im Shop, oder beim Karzl machen)

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