Stadtgespräch

Die Welt als Klassenzimmer

Kathrin Gennies (kg) · 04.09.2017

DIS

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Die Dresden International School (DIS) ermöglicht Schülern, einen international vergleichbaren Schulabschluss zu machen. Und auch sonst ist das Bildungskonzept mit normalen Regelschulen wenig vergleichbar.

Nur 13 Schüler zählte die Dresden International School (DIS), als sie 1996 eröffnet wurde – weil das amerikanische Unternehmen AMD eine Schule für seine Mitarbeiter aus aller Welt brauchte. Aus einem Trägerverein gründete sich bald darauf die Schule, mit dem Ziel, einen international vergleichbaren Schulabschluss für die Kinder zu ermöglichen. Schon ab dem ersten Lebensjahr steht der Kindergarten auf der Goetheallee offen, die Vorschulund Schulkinder werden seit 2008 auf der Annenstraße unterrichtet. Schon das Gebäude macht mächtig Eindruck: Hell und offen präsentiert sich die Schule, dass hier ein buntes Treiben und viel Leben herrscht, offenbart sich dem Besucher schon nach wenigen Schritten. Kein Zufall: "Unser Konzept steht auf drei Säulen", erklärt Schulleiter John Nelson mit sichtlicher Freude. "Wir haben mindestens zwei Lehrer pro Klasse, auch über den Unterricht hinaus besteht ein enger Kontakt und es erfolgt eine gezielte Förderung. Lehrer vermitteln bei uns nicht nur Wissen, sondern sind auch wichtige Bezugspersonen". Als zweite Säule nennt er den übergreifenden Ansatz des Lehrplans: "Lernen ist bei uns nicht isoliert – die Kinder lernen sehr viel, aber auch, Zusammenhänge zu erkennen und ihr Wissen anderen zu vermitteln". Das geschieht über Jahresprojekte, am Ende eines Schuljahres erstellen die Kinder eine Präsentation zu einem selbstgewählten Thema und beeindrucken nicht nur mit allgemeinem Wissen dazu, sondern auch mit Recherche, Aufbereitung und der Art der Präsentation. Aktuell sind die Ergebnisse der 5. Klasse im Foyer zu bestaunen. Den dritten Pfeiler der Ausbildung markiert die Überzeugung, dass alle Teil unserer Gesellschaft sind. Die Verständigung zwischen den Kulturen und die Förderung individueller Begabung der Kinder hat sich die Schule auf die Fahne geschrieben. "Auch wenn ich ein Leben lang in Dresden bleibe", so Nelson, "- die Welt kommt nach Dresden und ich kann mit ihr kommunizieren". Tatsächlich nutzen viele Absolventen ihren Abschluss an der DIS als Sprungbrett für ein Studium überall in der Welt, der Großteil bleibe aber tatsächlich in Deutschland. Über 500 Schüler bevölkern aktuell den Campus, mehr als 50 Nationen sind vertreten.

Der Unterricht findet in englischer Sprache statt – wer damit noch Probleme hat, bekommt Unterstützung in Form von zusätzlicher Sprachförderung durch spezielle Pädagogen. Auch für Eltern, die es beruflich nach Dresden verschlagen hat und die mit der Kultur noch nicht vertraut sind, gibt es Angebote: "Manchmal irritieren die ganz alltäglichen Dinge, die für uns total selbstverständlich sind, zum Beispiel der Sinn und Zweck eines Einkaufschips", lacht der Schulleiter. Übrigens: Auch viele Dresdner Schüler sind mit Begeisterung Teil der DIS. Ein Einstieg ist quasi jederzeit möglich. Wer sich informieren will, sollte einen Blick auf die Homepage werfen: Regelmäßig finden Tage der Offenen Tür und verschiedene Events statt, die das einzigartige Zusammenspiel von Schülern, Lehrern und Eltern auf beeindruckende Weise abbilden – über alle vermeintlichen Grenzen hinaus.

Unterschiede zur Regelschule
>> Unterricht englischsprachig
>> ganzheitliches Konzept: fächerübergreifendes Lernen zun einzelnen Themen
>> kleine Klassenstärke von durchschnittlich 17-18 Schülern
>> kein Unterrichtsausfall
>> Lehrplan basiert auf Programm und Philosophie des International Baccalaureate als weltweit anerkanntes und standardisiertes Lehrplankonzept
>> Einstieg auch mitten im Schuljahr möglich, Ferienzeiten nähern sich an, sind aber am internationalen Standard orientiert
>> dem Realschulabschluss oder Abitur gleichwertige, international anerkannte Abschlüsse
>> individuelle Förderung durch zusätzliche, auf den Bedarf zugeschnittene Lehrkräfte
>> Ganztagsschule – auch im Anschluss an den Schulalltag gibt es viele Projekte, um sich zu engagieren
>> enger Kontakt zwischen Schülern und Lehrpersonal

Für wen ist das was?

Kinder, die durch den Beruf ihrer Eltern häufig das Land wechseln und auf standardisierte und flexible Strukturen angewiesen sind, gleichzeitig aber für alle, die mindestes zweisprachig lernen möchten, ein internationales Studium anstreben und generell weltoffen sind und Lust haben, die Vielfalt der Kulturen auf allen Ebenen zu leben. Schulgeld: Fällt an. Es gibt die Möglichkeit einer Förderung, sollte der Beitrag nicht aus eigenen Mitteln aufgebracht werden können.

Tags: Bildung

Kategorien: Kaleidoskop , Stadtgespräch