Reisen

Wie ich zum E-Bike-Liebhaber wurde

Tommy Michel · 04.06.2021

Raymon TourRay E 7.0

Raymon TourRay E 7.0

In der Vergangenheit habe ich sie noch belächelt und mitunter sogar verflucht. Während ich mich steile Berge nach oben quälte, düsten die motorisierten E-Bike-Fahrer mühelos an mir vorbei. Trotzdem hätte ich mir zum damaligen Zeitpunkt nie vorstellen können, einmal selbst auf so einem Pedelec zu sitzen.

„Das hat doch nichts mit Sport zu tun!“, war lange Zeit ein Vorurteil, welches in meinem Kopf herumgeisterte. Erst die Möglichkeit, eine Woche auf dem Sattel eines Elektrofahrrads Platz zu nehmen, sollte meine Meinung nachhaltig revidieren. Aber der Reihe nach! Mein E-Bike für die Testwoche durfte ich in der Seidnitzer Filiale der Fahrradkette Little John Bikes abholen. Dass der Markt für E-Bikes boomt, wird gleich beim Betreten des Ladens deutlich, denn die Räder mit Motor sind hier eindeutig in der Überzahl.
Waren früher höchstens Rentner mit solchen Fahrrädern unterwegs, steigen heute zunehmend auch jüngere Leute auf die motorisierte Radklasse um. Laut Filialleiter Lars Richter liegt der Anteil an verkauften E-Bikes aktuell bereits bei knapp 70 Prozent. Verstärkt wurde dieser Trend auch durch die Corona-Pandemie: Urlaube waren nicht möglich, also wurde das gesparte Geld lieber in hochwertige Räder investiert. Auch immer mehr Arbeitgeber achten auf die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter und fördern mit Angeboten wie dem Jobrad den Umstieg vom Auto auf den Drahtesel. Für meinen Test wurde ich mit einem Trekkingrad des Herstellers „Raymon“ ausgestattet. Angetrieben wird das E-Bike von einem leistungsstarken Yamaha-Motor, welcher im Zusammenspiel mit einem ausdauernden Akku auch längere Touren ermöglicht. Zusätzlich sorgt eine 11-Gang-Schaltung von Shimano dafür, dass auch die anspruchsvollsten Anstiege kein Problem mehr darstellen. Hervorzuheben ist zudem das große Display, welches auf einen Blick alle relevanten Daten zur aktuellen Strecke liefert. Gleich bei meiner ersten Fahrt auf dem Weg nach Hause wurde ich mit dem berüchtigten Gegenwind auf dem Elberadweg konfrontiert. Was im Normalfall für jede Menge Frust gesorgt hätte, wurde dank des vierstufigen Motors zum Kinderspiel.

Das Highlight meiner E-Bike-Woche war eindeutig eine Tour in der Sächsischen Schweiz, bei der am Ende des Tages 85 Kilometer und knapp 1.000 Höhenmeter auf dem Tacho standen. Hier zeigt sich auch einer der großen Vorteile des Pedelecs: Man gelangt an Orte, die mit einem herkömmlichen Fahrrad noch unerreichbar schienen. Zudem sind auch deutlich längere Tagesetappen möglich. Wer jetzt der Meinung ist, dass der sportliche Effekt aufgrund der Motorunterstützung auf der Strecke bleibt, der täuscht sich gewaltig. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass auch eine E-Bike-Tour für ordentlich Muskelkater sorgen kann! Meine Woche mit dem E-Bike endete leider viel zu schnell und so war ich beim Abgeben des „Raymon TourRay E 7.0“ schon fast ein wenig wehmütig. Ich bin schon immer gerne geradelt, durch den Motorantrieb wird der Spaßfaktor beim Tritt in die Pedale aber noch einmal deutlich angehoben. Es wird daher definitiv nicht meine letzte Fahrt mit einem E-Bike gewesen sein!

Tommy (33) ist Papa von zwei Söhnen (5 + 6 Jahre) und Herausgeber des Blogs urlaubspapa.de

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