Leipzig testet erste Schulstraße an Grundschule am Auensee

alle Bilder: Sachsen Fernsehen

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Autos auf dem Gehweg, dichter Verkehr und Kinder auf dem Weg zum Unterricht: Vor der Schule am Auensee wurde es morgens regelmäßig unübersichtlich. Leipzig versucht nun einen neuen Ansatz. Ein Jahr lang soll eine Schulstraße zeigen, ob weniger Autoverkehr für mehr Sicherheit sorgt.

Morgens keine Elterntaxis vor der Schule

Wenn viele Kinder gleichzeitig zur Schule kommen und Eltern bis unmittelbar vor das Schultor fahren, kann es schnell eng werden. Genau diese Situation beschäftigt die Schule am Auensee in Leipzig-Wahren schon länger. Nun startet dort ein einjähriger Pilotversuch.

Zwischen 7.30 und 8.30 Uhr dürfen sogenannte Elterntaxis einen Abschnitt vor der Schule nicht mehr befahren. Die Sperrung betrifft den Bereich zwischen der Claußbruchstraße und der Kreuzung Linkelstraße/Am Hirtenhaus. Bereits abgestellte Fahrzeuge von Anwohnern dürfen herausfahren. Auch Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr sind ausgenommen.

Kinder sollen selbstständiger unterwegs sein

Hinter dem Projekt steckt nicht nur der Wunsch nach weniger Verkehr. Nach Angaben der Schulsozialarbeit berichten Kinder, dass sie gern selbstständig zur Schule gehen würden, sich wegen der bisherigen Verkehrssituation aber teilweise nicht trauen. Auch Eltern schätzen den Weg vor der Schule mitunter als gefährlich ein.

In der Vergangenheit mussten Autos auf der schmalen Straße teilweise auf den Gehweg ausweichen, um aneinander vorbeizukommen. Dort sind gleichzeitig Kinder und Familien zu Fuß unterwegs. Die neue Regel soll diesen direkten Bereich vor der Schule entlasten.

 

Warum Eltern trotzdem das Auto nutzen

Die Diskussion um Elterntaxis ist allerdings nicht so einfach, wie sie zunächst klingt. Eltern wollen ihre Kinder sicher zur Schule bringen. Gleichzeitig spielen Zeitdruck, Gewohnheit und der weitere Weg zur Arbeit oder zu Terminen eine Rolle.

Das Problem entsteht vor allem dann, wenn viele Fahrzeuge zur gleichen Zeit am selben Ort ankommen. Was für die einzelne Familie praktisch ist, kann direkt vor einer Schule zu einer unübersichtlichen Situation führen.

Verlagert sich der Verkehr nur?

Das Leipziger Mobilitäts- und Tiefbauamt begleitet den Versuch. Die Stadt rechnet damit, dass ein Teil des Autoverkehrs in umliegende Straßen ausweichen wird. Dort könne er sich jedoch stärker verteilen, statt sich unmittelbar vor dem Schultor zu konzentrieren.

Ob diese Annahme aufgeht, soll während des einjährigen Pilotprojekts untersucht werden. Gerade diese Auswertung dürfte entscheidend dafür sein, ob das Modell auch für andere Schulstandorte interessant wird.

Ein Jahr Praxistest am Auensee

Für Schule und Elternvertretung steht vor allem die Situation der Kinder im Mittelpunkt. Der Schulweg soll übersichtlicher werden und Kindern ermöglichen, ihn stärker selbstständig zurückzulegen.

Wie gut die Schulstraße im Alltag funktioniert und ob sich dadurch tatsächlich weniger gefährliche Situationen ergeben, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Bewährt sich das Modell am Auensee, könnte eine solche Lösung künftig auch an weiteren Leipziger Schulen geprüft werden.

Redaktion Kind+Kegel · 19.08.2026


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