Kaleidoskop

Witzige Fakten zum Thema Eis und Schnee

Pia Schrell · 11.01.2022

Eis schmeckt einfach immer. Erdbeere, Schoko oder Vanille, welche Sorte darf ́s sein? Aber Stopp – heute geht es ja gar nicht um den leckeren Schleck-spaß aus dem Hörnchen, sondern um echtes Eis und richtigen Schnee. Genau, wir meinen die weißen Flocken, die im Winter von Zeit zu Zeit vom Himmel purzeln. Und manchmal ist genau dieser Schnee sogar rosa – fast wie Erdbeereis. Wieso das so ist, hat uns Wetterexperte Dr.Valeri Goldberg in unseren witzigen und erstaunlichen Fakten zum Thema Eis und Schnee verraten.

Aber als Erstes: Was ist Schnee eigentlich? Er kommt fluffig weiß daher und knirscht herrlich zwischen den Händen, wenn man daraus eine Kugel für die nächste Schneeballschlacht formt. Aber habt ihr schon einmal ganz genau hingeschaut? So nah, dass die kalte Winternase fast den Schnee berühren konnte? Wer das schon einmal ausprobiert hat, der weiß vielleicht: Schnee ist eine Ansammlung winziger Eiskristalle, die in gleichmäßigen geometrischen Strukturen (häufig sechseckige Ster-ne) zusammengewachsen sind. „Diese Strukturen können unterschiedlich sein, was vom Wassergehalt der Luft und der Temperatur abhängt“, sagt Dr. Valeri Goldberg von der Technischen Universität Dresden. Er muss es wissen, denn er ist Wissenschaftler und arbeitet am Lehrstuhl für Meteorologie.

WIESO IST SCHNEE MANCHMAL ROSA?

„Rosa- oder manchmal auch ockerfarbener Schnee tritt auf, wenn zum Zeit-punkt des Schneefalls Saharastaub in der Atmosphäre ist“, sagt Goldberg. Aber wie kommt der Staub aus der Wüste bis zu uns nach Deutschland? Ist das nicht etwas weit? Für den feinen Staub ist das kein Problem, weiß der Wissenschaftler: „Der gelbrötliche Staub kann bei entsprechender Wetterlage in der Luft bis zu uns gelangen und wird dann mit dem Schnee zur Erde gebracht“. Dabei sieht der Schnee dann rosa oder ockerfarben aus, denn er färbt sich in den Farben der Sahara.

WIESO IST SCHNEE MANCHMAL SO DRECKIG?

Auch darauf hat der Wetterexperte eine Antwort: „Wenn Schnee schmilzt, fließt das Schmelzwasser an der Unterseite der Schneedecke heraus, die lockeren Eiskristalle werden zu kompakteren gefrorenen Wasserschichten an der Oberseite verdichtet. Der bisher im Schnee verborgene grobe Staub bleibt auf der Oberseite liegen und ist dann als ‚Schmutz‘ sichtbar.“

WARUM SCHNEIT ES IM WINTER ÜBERHAUPT UND WARUM SCHNEIT ES IN LETZTER ZEIT SO WENIG?

Eiskristalle und gefrorene Wassertröpfchen sind die Grundstoffe des Schnees. Sie bilden sich in allen Wolken bei einer Temperatur meist zwischen minus 5 und minus 30 Grad, so Goldberg. Und das heißt: Auch im Sommer gibt es in den höheren Wolkenschichten (bei fünf bis sieben Kilometern Höhe) Schnee in den Wolken. „Ob es dann unten bei uns schneit, hängt von der Temperatur am Boden ab.“ Unter Null Grad schneit es, ansonsten kommt Regen, auch wenn es in der Wolke zuvor noch Schnee gewesen sei. „Dass es in letzter Zeit weniger geschneit hat, liegt einfach an der globalen Erwärmung, die wir auch bei uns seit einigen Jahrzehnten verstärkt beobachten. Die Winter im Tiefland sind einfach zu warm geworden für viel Schnee“, sagt der Wissenschaftler. Außerdem seien die Wetterlagen, die Schnee bringen, seltener geworden und auch die Niederschläge hätten im Winter abgenommen. Das bedeute natürlich nicht, dass wir in den nächsten Wintern keinen Schnee mehr haben. „Er wird nur im Vergleich zu einer Zeit vor 50 bis 60 Jahren nicht mehr so oft fallen“, sagt Goldberg.

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