Kaleidoskop

Was pflanzen wir im Herbst für´s nächste Jahr?

Gloria Wintermann · 23.09.2021

Foto: Kurt Bouda, Pixabay

Foto: Kurt Bouda, Pixabay

Wenn der Herbst anklopft, beginnt die Zeit, an das neue Gartenjahr zu denken. Denn: „Um im nächsten Jahr leckere Erdbeeren ernten zu können, sollten jetzt die neuen Pflanzen in die Erde kommen. So haben sie genügend Zeit, um einzuwurzeln. Bis dahin sollte eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung gesichert werden“, weiß Uwe Gaitzsch, Gärtner bei Gartenbau Rülcker GmbH in Dresden.

Die Planung für eine üppige Erdbeerernte 2022 startet jetzt

Für eine üppige Erdbeerernte braucht man ausreichend Sonne und Platz. Der Boden sollte möglichst nicht ausgelaugt sein. Das erreicht man am besten, wenn die Anbaufläche vorher für andere Pflanzen als Erdbeeren genutzt wurde. „Wenn bspw. die Kohlrabi-Beete frei werden, kann es mit der Erdbeerbepflanzung gleich weiter gehen. So wird einer Schädlingsverbreitung im Boden vorgebeugt. Obendrein ist der Boden schön luftig und locker. Das mag die Erdbeerpflanze“, sagt unser Gartenexperte.

Mit Frostpflanzen aus dem Kühlhaus den Erntezeitpunkt selbst bestimmen

Welche Erdbeerpflanzen kommen in Frage? „Geeignet sind die kräftigsten Ableger der Pflanzen von diesem Jahr. Dann gibt es junge, vorgezogene Erdbeerpflanzen im Kübel, die es meist im Frühling zu kaufen gibt. Die sollten nicht zu zeitig in den Boden kommen, weil sie besonders kälte- und frostempfindlich sind. Neuerdings werden auch Frostpflanzen verkauft. Die werden ausgegraben, wenn die Pflanzen sich in der Winterruhe befinden. Im Anschluss überwintern sie in einem Kühlhaus bei -1 Grad Celsius, ehe sie verkauft und gepflanzt werden. Nach zehn bis zwölf Wochen tragen sie meist die ersten Früchte. Die Pflanzen für Balkon oder Terrasse tragen meist wenige und kleine Früchte, dafür aber mehrmals im Jahr“, erklärt Uwe Gaitzsch.

Von A wie Apfel, über E wie Exoten bis hin zu W wie Wildobstsorten

Was gilt es im Herbst noch zu pflanzen? Uwe Gaitzsch dazu: „Obstbäume können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Das reicht von Apfel und Aprikose, über Birne, Kirsche, Pfirsich, Pflaume und Wildobstsorten. Da werden seit einiger Zeit besonders die Eberesche, Felsenbirne und Schlehe gern nachgefragt. Wir haben auch neue Sorten gezüchtet, bspw. Kreuzungen aus Aprikose und Kirsche oder Aprikose und Pflaume. Auch Nashi-Birnen und Feigen gedeihen in unseren Breitengraden. Der Feigenbaum sollte vor einer sogenannten Sonnenlehne stehen. Das kann bspw. eine Garagenwand sein, die sich gut von der Sonne aufheizen lässt. Auch Obststräucher können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Mitteleuropäische Gewächse wie die Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere oder Brombeere sollten allerdings möglichst im Spätsommer bzw. Herbst dran kommen, damit sie vor der Ernte ausreichend Zeit zum Einwurzeln haben.“

Und im Gemüsebereich?

„Da gibt es wenige Sorten, die für den Überwinterungsanbau geeignet sind. Die meisten sind frostempfindlich. Ich persönlich empfehle Grünkohl – eine wahre Vitamin-C-Bombe. Grünkohl bekommt erst dann seinen typischen Geschmack, nachdem er mindestens einmal Frost miterlebt hat. Winterspinat wird im Herbst ausgesät und im Frühjahr geerntet“, erklärt Gartenexperte Gaitzsch.

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