Kaleidoskop

Tik Tok - 15 Sekunden, die zählen

Wiebke Ritz · 16.03.2020

Tik Tok

Tik Tok

Sie scheint in aller Munde zu sein - die App, die keine Zeit für Langeweile hat. Ich selbst, als Mama zweier Kleinkinder, hatte bisher keine Ahnung davon. Da einige von euch aber bereits Urheber von Teenagern sind und diese genau der Zielgruppe von Tik Tok entsprechen, habe ich mich für euch umgehört, was es mit Tik Tok auf sich hat.

Tanzeinlagen auf der Straße oder im Supermarkt, Performances aus dem Kinderzimmer, Challenges, süße Tiervideos und die guten alten Pranks (Streiche). Tik Tok begeistert mit kurzweiliger Unterhaltung und dem Gefühl, das wirklich Jeder hier kreativ werden kann.

Die App

Die Videos sind mit zahlreichen Tools spielend leicht zu bearbeiten, die Playback-Funktion ermöglicht, Musiker nachzuahmen, statt Perfektion kommt es auf Witz und Einfallsreichtum an. Jede Menge Herzchen gibt’s dafür von Freunden. Oder man streamt einfach nur die Videos der anderen. Verrückt finde ich, dass man seinen Tik-Tok-Idolen sogar virtuelle Geschenke machen kann, die man mit echtem Geld bezahlt. Immerhin ist die Zielgruppe in einem Alter, in dem die Vernunft den Impulsen oft nachsteht. Doch die kurzen Clips bieten schlichtweg Unterhaltung und machen in ihrer Vielfalt riesen Spaß. Egal wie man Tik Tok nutzt: Das Motto wird schnell Tatsache - „Lass jede Sekunde zählen!“ Bei einem Clip, der nicht gleich überzeugt, wird einfach zum nächsten „gewischt“.

Challanges

Es kursieren auch ständig neue Challenges. Diese können von Influencern, einfachen Nutzern oder auch von Werbefirmen verbreitet werden. Manchmal sind sie aber auch Teil einer Spendenaktion: In der Challenge #cleansnap ging es zum Beispiel um den Kampf gegen Umweltverschmutzung. Der Vorher-Nachher-Effekt zeigte den User zuerst in einer verdreckten Umgebung, mit seinem Fingerschnipp war der Müll dann plötzlich weg. Tik Tok spendete für jeden Clip Geld an einen Verein für Umweltschutz.

Tricky, tricky

Beim näheren Hinschauen gibt es auch Dinge, die tricky sind: Beispielsweise das Wort „Missbrauch“, dass niemand gerne in den Mund nimmt. Dennoch gibt es ihn und es schadet nicht auch seine Kinder dafür zu sensibilisieren. Entdeckt doch gemeinsam mit euren Kindern die App. Schaut, wie ihr euch mit einem Klick von „Öfffentlich“ auf „Privat“ einen berechenbaren Zuschauerkreis zulegen könnt. Sprecht gemeinsam darüber, welche Kommentare, Nachrichten und Bilder im Netz okay sind und welche man „melden“ oder „blockieren“ sollte.

Fun-Factor

Bei aller Vorsicht: Der Fun-Factor ist für die Allgemeingeit einfach riesig und es trübt die Stimmung, sich mit „Achtsamkeit“ auseinanderzusetzen. Doch solange wie die „Alten“ (Nutzer von Facebook) wie auch die „bald Alten“ (Nutzer von Instagram) diese Plattform noch nicht für sich entdeckt haben, wird Tik Tok weiterhin mit Spaß, Kreativität und Unbekümmertheit ganz den Nerv der Jugend und somit den eurer Teens treffen.

Voll okay, mit einer gesunden Portion Menschenverstand

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