Kaleidoskop

Rettungsanker Heimmonitoring: Wenn es im Kinderzimmer piept

Redaktion · 09.09.2019

Dieses Frühjahr war es endlich soweit: Pepe wurde geboren – als Frühchen. Die Schwangerschaft blieb lange unerfüllt und war herbeigesehnt. Nun ging uns alles zu schnell. Traurig war ich, dass meine Schwangerschaft sieben Wochen früher als geplant zu Ende war. Plötzlich war alles anders, als wir uns das eben noch vorgestellt hatten: Pepe sah in seinem Wärmebettchen winzig aus und all die Kabel und Apparate beobachteten ihn. Wir waren voller Ängste und Sorgen, auch wenn das Ärzteteam sorgfältig erklärte und immer ein offenes Ohr für uns hatte.
Am liebsten hätten wir unseren Pepe sofort mit nach Hause nehmen wollen, doch war er im Krankenhaus in den besten Händen. Zahlreiche Untersuchungen und Kontrollen wurden durchgeführt und Pepe war stark. Unser kleiner Held! Nach vier Wochen befanden wir uns endlich auf der Zielgeraden: Wir durften gemeinsam nach Hause. Wir waren überglücklich, nach all den bangen Tagen und Wochen, unseren Pepe aus dem Krankenhaus holen zu dürfen. Für seine Ankunft war alles liebevoll vorbereitet. Wir zeigten ihm zum ersten Mal sein Kinderzimmer. Doch die folgende Nacht war für uns Eltern furchtbar: In der Wohnung war es ungewohnt still. Keine Apparate piepten, keine Ärzte und keine Krankenschwestern um uns herum. Eigentlich genau das, wovon wir weg wollten, vermissten wir in diesem Moment: Sicherheit.

Die Unsicherheit raubt alle Energie

Pepe war im Krankenhaus unter ständiger Beobachtung. Herzfrequenz und Sauerstoffüberwachung fanden anhand der Monitore statt. Um diese Sicherheit auch auf zu Hause zu übertragen, wechselten wir uns nachts an seinem Bettchen ab. Aber nach drei Tagen waren wir am Ende.
Der wenige Schlaf raubte all unsere Energie, so dass wir Rat bei einer Bekannten suchten, die vor zwei Jahren ebenfalls ein Frühchen bekommen hatte. Sie hat sich in unserer Situation sofort wiedergefunden und erzählte von ihrem „Babysitter“ – einem Überwachungsgerät für die Anfangszeit daheim. Dabei handelte es sich um einen Monitor, der die Werte kontrolliert, überwacht und auch anzeigt, die bei Pepe im Krankenhaus gemessen wurden. Unsere Erleichterung war groß. Das wollten wir ausprobieren und besprachen das Thema Heimmonitoring mit unserem Kinderarzt sowie der Nachsorgeambulanz der Kinderklinik. Unser Kinderarzt hat uns eine Verordnung über einen sogenannten Vitaguard-Heimmonitor ausgestellt. Die Firma Saegeling Medizintechnik brachte uns diesen wenige Tage später nach Hause. Die  Medizintechnikerin zeigte uns die Handhabung des Monitors, wie man die Kabel und Sensoren für EKG und die Sättigungsüberwachung mit Pepe verbindet. Zunächst waren wir verunsichert, wenn Alarme durch den Monitor ausgelöst wurden, doch wir lernten, dass es sich oft nur um sogenannte Fehlalarme handelte, wenn Pepe sich bewegte und z. B. nur der Sensor verrutschte. Mein Mann und ich wurden im Umgang damit selbstsicherer. Man gewöhnt sich auch an die Kabel und es gehört einfach dazu – wie Windelwechseln.

Heimmonitoring bringt Sicherheit

Nach drei Monaten fühlten wir uns sicher, dass wir es ohne Monitor schaffen wollten. Unser Kinderarzt hat das Gerät ausgelesen und war
sich auch sicher, dass Pepe gesund ist. Nun waren wir nachts entspannt, vertrauten darauf, dass Pepe seinen erholsamen Schlaf bekommt und sich nachts von allein meldet, wenn er Hunger oder Durst hat. Wir haben den Überwachungsmonitor problemlos an die betreuende Firma zurückgegeben. Die Krankenkasse hat uns bei allem unterstützt, sodass uns keinerlei Kosten entstanden sind. Mittlerweile ist Pepe ein gutes halbes Jahr alt und macht ständig Fortschritte. Wir sind sehr glücklich darüber und genießen jeden Moment zu dritt.

Wir danken Familie Boehme (Name von der Redaktion geändert) für ihren intensiven Erfahrungsbericht und wünschen dem kleinen Pepe und der ganzen Familie alles Gute!

Maßnahmen zur Vermeidung des plötzlichen Kindstod - Sudden Infant Death Syndrome (SIDS):

Leg dein Kind zum Schlafen immer auf den Rücken!
Lass dein Kind in einem Schlafsack schlafen!
Lass dein Kind im Elternschlafzimmer schlafen, aber immer im eigenen Bett!
Halte Zigarettenrauch von deinem Kind fern!
Stille möglichst 4 bis 6 Monate!
Lass alle Regelimpfungen durchführen!

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