Kaleidoskop

Ökologisch, fair und bunt – Kindermode von me&i

Maria Grahl (mg) · 30.04.2019

Entspannt und selbstständig arbeiten, mit einer Zeiteinteilung, wie es gerade passt und sie sich mit hustenden Fieberkindern und Kitaschließtagen vereinbaren lässt – das wünschen sich viele Mütter. Doch wo soll man so einen Job schon finden? Manuela Hammer hat ihn gefunden.

Während sie uns davon erzählt, krabbelt ihr kleiner Sohn Noah über sie hinweg. Er ist gerade ein Jahr alt geworden und möchte alles erkunden – „ein richtiger Wirbelwind eben“, schmunzelt Manuela. In die Kita geht Noah noch nicht und doch kann seine Mama schon seit einem halben Jahr nebenbei arbeiten: als Beraterin für das schwedische Modelabel me&i.

Das Konzept des kleinen Labels wird genau so gelebt, wie es sich seine beiden Erfinderinnen vor 15 Jahren gedacht haben: Damals saßen die beiden Schwedinnen Helene Nyrell und Susan Engvall, die sich über ihre Töchter kennengelernt hatten, zusammen und dachten wehmütig an die farbenfrohen Unisex-Klamotten aus ihrer eigenen Kindheit. Nun war alles Stereotyp: rosa Rüschen-Kleidchen für Mädchen, feuerspeiende Drachen-Shirts für Jungen und dazwischen gibt es vielleicht mal ein schlichtes einfarbiges Teil, das für beide Geschlechter durchgeht. Also dachten sich die beiden Mütter, einfach selbst Kinderkleidung auf den Markt zu bringen, und zwar nach ihren Vorstellungen. Verkaufen wollten sie diese über Homepartys und eine Webseite. Das Projekt startete erfolgreich mit zunächst 30 Beraterinnen in Schweden. Inzwischen gibt es die bunte, bequeme Kinderkleidung in insgesamt fünf Ländern.

Bequem und durchdacht

„Ich kannte das Label vorher gar nicht“, gesteht Manuela. „Für Noah suchte ich im Internet nach fairer Babykleidung in Bio-Qualität und stieß so auf me&i.“ Sofort Feuer und Flamme für die bunten Prints, recherchierte sie weiter und fand heraus, dass man als Nebentätigkeit auf Provisionsbasis für me&i arbeiten kann. „Da ich ja gerade in Elternzeit war, hörte sich die Jobbeschreibung wie ein Traum an“, sagt die 38-Jährige. „Ich kann so viel oder wenig arbeiten, wie ich möchte und entsprechend fällt dann eben mein Verdienst aus. Alle me&i- Mitarbeiter*innen arbeiten auf Provision.“ Ob da irgendwo ein Haken wäre, wollen wir wissen. „Nein, den gibt es nicht. Alles läuft fair ab. Genau wie bei der Herstellung der Kleidung.“

Fair hergestellte und gehandelte Kleidung ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. In das  Bewusstsein vieler rückt immer mehr die Erkenntnis, dass ein T-Shirt für fünf Euro weder ökologisch hergestellt werden, noch die Näher*innen in den Fabriken fair bezahlt werden konnten. „me&i produziert für Kinder, aber nicht von Kindern, das ist ganz entscheidend und rechtfertigt auch den Preis“, so Manuela. „Einige Kunden sind manchmal geschockt, wenn sie sehen, dass ein Body 19 Euro kosten soll. Aber die Kleidung ist aus weichem Jersey aus Bio-Baumwolle, extrem bequem genäht und wächst an manchen Stellen sogar mit. Zum Beispiel durch doppelt genähte Bündchen.“ Aus ihrer Zeit als Flugbegleiterin kennt Manuela Textil-Fabriken in Indien. „Wenn man gesehen hat, unter welchen Bedingungen sogar Kinder dort arbeiten müssen, um unseren reichen Ländern Kleidung zum Schleuderpreis zu ermöglichen, wird man traurig und wütend. Aus diesem Grund war mir
fair hergestellte Kleidung auch immer wichtig.“

Shoppen in Wohnzimmeratmosphäre

Manuela ist selbstbewusst, eine Frau, die weiß, was sie will. Ihre Beratertätigkeit wuppt sie als alleinerziehende Mutter zweier Söhne fast im Alleingang. „Meine Eltern springen aber auch gern ein, wenn ich mal abends arbeiten muss oder am Wochenende an einer Messe teilnehme“, sagt sie. Sobald Noah in die Kita geht, möchte sie eine Ausbildung zur Erzieherin beginnen. „Ich liebe die Arbeit mit Kindern. Das ist mir durch meine eigenen Kinder so richtig bewusst geworden. Und für me&i kann ich dann trotzdem tätig sein, das ist wirklich perfekt.“ Ein kleiner Zusatzverdienst bleibe also immer. Sie kenne aber auch eine Beraterin, die als Alleinerziehende mit drei Kindern inzwischen ein mittleres fünfstelliges Jahreseinkommen habe. „Viele kennen me&i noch gar nicht, weil es die Kollektion ja nicht einfach im Laden zu kaufen gibt“, sagt Manuela. „Entweder, man schaut online im Shop vorbei oder organisiert eine Party ...“, sie zögert einen Moment. „Wobei ich das Wort „Party“ in diesem Zusammenhang eher unpassend finde. Viele assoziieren damit Tupper-Partys, aber so sind wir gar nicht. Die Idee ist ja, nachhaltige Kleidung für Mütter und Kinder anzubieten, welche in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre anprobiert und gekauft werden kann. Es gibt keinen Kaufzwang, keinen Mindestbestellwert oder ähnliches. Alles ist ganz entspannt.“

Ein kleiner Tipp zum Schluss: me&i hat in seinen Kollektionen auch immer Partnerlooks für Mütter und Töchter im Angebot.


KONTAKT:
Manuela.Hammer@meandi.com
Tel. 01520 / 4803606
facebook.com/manuela.hammer.31

Kategorien: Kaleidoskop , Stadtgespräch