Kaleidoskop

Die Karl-May-Festtage in Radebeul 31.05.-02.06.

Adina Schütze (as) · 06.05.2019

Fotos: © 2018 André Wirsig

Fotos: © 2018 André Wirsig

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni verwandelt sich der Radebeuler Lößnitzgrund in eine abenteuerliche und faszinierende Welt, wie aus Karl Mays Büchern.

 

In Radebeul hat der Abenteuerschriftsteller seine größten Werke geschrieben und Inspiration für seine fantastischen Erlebnisse gefunden. Dem Pfad seiner Fantasiereisen folgen die Besucher jährlich bei den Karl-May-Festtagen. Schon von weitem hört man den sich nahenden Santa-Fe-Express. Wild-West-Siedlungen und Ganoven-Camps säumen den Weg, Pulverdampf liegt in der Luft und rauflustige Cowboys ziehen durch die Straßen. Winnetou, der legendäre Häuptling der Apachen, ist sicher die berühmteste Figur Karl Mays. Generationen sind mit den Abenteuern des stolzen Indianers aufgewachsen. „Ich habe ihn mitten unter Häuptlingen gesehen, … seine königliche Haltung, sein freier,  ungezwungener, elastischer und doch so stolzer Gang zeichneten ihn doch als den edelsten von allen aus. Wer auch nur einen einzigen Blick auf ihn richtete, der sah sofort, dass er es mit einem bedeutenden Manne zuthun hatte. Um den Hals trug er die wertvolle Friedenspfeife, den Medizinbeutel und eine dreifache Kette von Krallen der Grizzlybären, welche er mit Lebensgefahr selbst erlegt hatte.“ So beschreibt Karl May seinen Häuptling. Winnetou bedeutet übrigens „brennendes Wasser“. 2019 dürfen sich die Gäste der Karl-May-Festage in Radebeul auf echte Vertreter der Mescalero Apachen, die heute im Süden der USA leben, freuen. Sie werden über die wahren Geschichten ihrer großen Häuptlinge
berichten.

ECHTE INDIANER

Auch die Kwakwaka‘wakw (Kwak-wak-yawak ausgesprochen) aus Kanada werden mit Tänzen, Liedern und Storys aufwarten. Die  Kwakwaka’wakw sind die ursprünglichen Bewohner der Küstenregion der nordöstlichen Pazifikinsel Vancouver Island und des Festlands von British Columbia in Kanada. Es gibt mehrere unabhängige Stämme, die alle die Kwakwala-Sprache sprechen. In indigenen Kulturen wird Wissen von einer Generation an die nächste durch Geschichten, Lieder und Zeremonien mündlich überliefert. Bei einem Potlatch (was "Geben" bedeutet) wird getanzt, um die eigene Geschichte darzustellen. Die Le-La-La-Tänzer, die in diesem Jahr bei den Karl-May-Festtagen auftreten, sind ein traditioneller Kwakwaka’wakw Tanztrupp, der seine Kultur seit über 30 Jahren in die Welt hinausträgt. „Wir veranschaulichen unsere
ursprüngliche Kultur bei Tanz und Gesang im Rhythmus der Trommeln. Unsere Geschichte, Gebräuche und Traditionen sind tausende Jahre alt. Zeremonielle Potlatches werden von den Chiefs einer Familie veranstaltet, um unseren kulturellen Reichtum vor aller Welt zu bezeugen. Alle Mitglieder unseres Ensembles stammen aus Familien mit Häuptlingstraditionen, weshalb sie das Recht besitzen, die heiligen Tänze ihrer Vorfahren aufzuführen.

Bei unseren lebhaften Auftritten verwenden wir Regalia wie aus Zedernholz geschnitzte Masken, zeremonielle, mit Perlmuttknöpfen bestickte Decken und Kopfschmuck, die die Legenden unseres Volkes zum Leben erwecken. Mit ihnen werden wir Euch Tänze wie den des Bären, des Raben, des Wilden Mannes aus den Wäldern, der Wilden Frau aus den Wäldern, der Wandlung des Echos, der Narren und den Friedenstanz des Häuptlings vorführen und deren Ursprung und Bedeutung erklären,“ verraten die Kwakwaka‘wakw im Gespräch mit Kind+Kegel. Übrigens: Am
Samstag, dem 1. Juni, erhalten alle Kinder, die sich wie ihre indianischen Helden verkleiden, freien Eintritt!

GEMEINE HALUNKEN

Da zum hautnah Wild-West-Erlebnis nicht nur die indigenen Völker gehören, werden natürlich auch Cowboys und Halunken eine Bühne finden. „Halunke Locci ist eine richtig üble Figur – der letzte in der Nahrungskette, wie ich immer sage. Keine Bank ist vor Locci und seiner wilden Gang sicher. Wenn er nicht gerade mit einem Bein im Knast steht, findet man den Raufbold im Saloon, wo er mit „Die Fünf Patronenhülsen“ echte Folk- und Country-Musik zum Besten gibt.“ Wolfgang Lasch, seit 40 Jahren als Clown Locci auf Bühnen und Festivals unterwegs, hat seit über 20 Jahren einen festen Platz bei den Karl-May-Festtagen. Bei der Darstellung seines Halunken Locci ist ihm Authentizität sehr wichtig. „Ich habe viele Bücher über die Wild-West-Zeit gelesen und natürlich auch die von Karl May. Auch zum Volk der Oneida, die regelmäßig in Radebeul sind, habe ich einen engen Draht. Aber natürlich versuchen wir, den Szenen und Figuren immer auch eine komische Komponente zu geben.“ Wolfgang Lasch lädt alle herzlich nach Radebeul ein und macht Lust auf wilde Schießereien und Schlägereien, Boxen und Catchen und jede
Menge Spaß und Abenteuer.

Kategorien: Kaleidoskop , Stadtgespräch , Unterwegs mit Kind