Kaleidoskop

Das FreE-Bike im Test

Annett Mitschke (am) · 01.05.2019

Annett Mitschke hat das FreE-Bike und ist begeistert

Annett Mitschke hat das FreE-Bike und ist begeistert

"Was, du testest ein E-Bike?" Ja, die Frage prallte mir im Vorfeld meiner Testwoche oft entgegen. Nun ja, ich sehe vielleicht sportlich aus, bin es aber definitiv nicht. Vorab gesagt, ich liebe Fahrrad fahren. Gern radle ich durch Wälder, umrunde Seen, aber in meiner Heimat, der Oberlausitz, gibt es vor allem Eines: Berg- und Hügelland. Mit einem normalen Fitness-Level ist das kein Problem, doch mit meinem Asthma ist das nicht zu schaffen.

Unsere Familien-Fahrradausflüge hielten sich in der Distanz, als auch in der Streckenvielfalt sehr in Grenzen. Mein Mann (der noch ein Kind im Anhänger, oder Kindersitz als Ballast an Bord hatte) und mein Sohn sind stets vorneweg gefahren. Ich kam keuchend und vor allem schiebend hinterher. Nun war es so weit! Bei Little John Bikes war ein E-Bike zum Testen für mich reserviert, genauer gesagt, ein HAIBIKE SDURO Trekking 4.0. Freundlich haben die Mitarbeiter mir alles erklärt, auch die technischen Details, ich durfte auf dem Firmenareal ein paar Runden drehen, man war mir beim Einladen behilflich und ich habe gemerkt, die leben dort ihren Job.


Ich gebe zu, ich hatte Vorurteile. Noch gut kann ich mich daran erinnern, dass eine Freundin meiner Mutter in den 90ern ein Fahrrad hatte, das elektrisch angetrieben wurde. Es sah lustig aus, wenn sie einfach nur auf dem Fahrrad sitzend, ohne zu treten auf der Kopfsteinpflasterstraße angeholpert kam. Sicher, sie hatte ihre Gründe, aber Sport im eigentlichen Sinn war das nicht, doch das wollte ich. Ich wollte mich bewegen und dabei lediglich unterstützt werden. Schon auf den ersten Metern wurde mir klar, dass ein E-Bike genau das kann. Das E-Bike gibt einen Schub, die Intensität bestimme ich mit der Auswahl auf dem Display. Das geschieht ganz sanft und meinem Tritt in die Pedalen angepasst.

Es gibt mehrere Stufen, die man je nach Strecke auswählen kann. Wenn man eine anspruchsvolle Route hat, stellt man das High Level ein und man ist auf der sicheren Seite. Trotzdem muss man ordentlich in die Pedale treten und ich habe mich keineswegs gefühlt, als hätte ich einen seichten Spaziergang gemacht. Natürlich war es ein Triumph für mich, als ich oben am Berg auf meine Familie warten musste. Und es war mir egal, dass ich das nicht ganz allein geschafft habe. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich von der Unterstützung überrumpelt werde. Man kann sich super darauf einstellen und nach kurzer Zeit ist klar, wie z.B. engere Kurven gefahren werden. Und es unterstützt nur, wenn ich trete. Aus Sicherheitsgründen erfolgt dies nur bis zu 25 km/h, danach kann man die Geschwindigkeit nur durch die Muskelkraft erhöhen. Wäre das nicht so, wäre der Mopedführerschein Pflicht.

Die Technik bei meinem Test-E-Bike war selbsterklärend. Der Akku hatte mit bis zu 120 Kilometer eine super Laufzeit und das Laden war total easy. Man kann das direkt am Bike erledigen oder den Akku problemlos mit einem Schlüssel abkoppeln, mitnehmen und in der Gaststätte, der Wohnung oder wo auch immer ans Stromnetz anschließen. Überhaupt ist das Entfernen des Batterieblocks eine sehr gute Idee, denn so ein E-Bike ist wirklich ein hochpreisiger und somit ein gut zu sichernder Begleiter. Bei niedrigeren Temperaturen empfiehlt es sich übrigens, den Akku nicht im Freien am Fahrrad zu lassen. Das kann sich ungünstig auf die Akkulaufzeit auswirken.

Der Wettergott meinte es aber gut mit mir. Ich war so viel an der frischen Luft und in Bewegung, wie schon lange nicht mehr. Statt „schnell“ mit dem Auto zum Bäcker, ging es nun mit dem E-Bike auf Tour. Mit meinem Trekking Modell war auch der geliebte Waldritt kein Problem und unterwegs sind mir viele Fahrer begegnet, die auch mit einem E-Bike unterwegs waren. Schmunzeln musste ich manchmal über die Blicke am Straßenrand, die meine Leichtigkeit beim Erklimmen einer größeren Erhebung verfolgten. „Das ist ja keine Kunst!“ rief einer. Aber das war mir völlig egal, ich wollte ja Rad fahren, kein Künstler werden.

Fazit: Mein alter Drahtesel ist unterdessen wieder zum Einsatz gekommen, aber ich habe es vermisst – mein FreE-Bike.

Little John Bikes in Ihrer Nähe: www.littlejohnbikes.de/filialen

Kategorien: Kaleidoskop , Unterwegs mit Kind