Unterwegs mit Kind

Der Sonnenlandpark in Lichtenau

Kathrin Muysers (km) · 04.07.2019

Wir sind da. Und mit uns gefühlt alle anderen Familien im Freistaat, die sich am Pfingstsonntag im Sonnenlandpark vergnügen möchten. Doch was sich auf den Parkplätzen wie der Ansturm auf ein Großevent anfühlt, verläuft sich im Innern zügig. Keine langen Schlangen an den Kassen, keine Menschentrauben, durch die wir uns quälen müssten. Die erste (und zum Glück einzige) Schwierigkeit des Tages: die Kinder am Indoor-Spielplatz vorbei zu lotsen, denn ich gehöre zu der Sorte Eltern, für die Kinder bei strahlend blauem Himmel ins Freie gehören.

Der Parkplan wirkt auf den ersten Blick riesig, und kurz frage ich mich, wie wir das nur alles schaffen wollen. Doch nach den ersten paar Metern stellt sich ein Gefühl für die Entfernungen ein, und so schlendern wir entspannt Richtung See. Mein Tipp für die ganze Familie: legt den Ehrgeiz ab, alle Attraktionen ausprobieren zu wollen. Wenn die Kids an einer Stelle zwei Stunden lang glücklich sind, warum nicht? Es gibt genügend Strandkörbe, Leihliegen und Liegewiesen, auf denen Erwachsene währenddessen entspannen können.

Klassische Imbissangebote sind überall im Park gut erreichbar; wer nach einer vitaminreichen Ergänzung sucht, sollte diese in Form eines Picknicks selbst mitbringen. Cool: Kühltruhen selber schleppen entfällt dank ausleihbarer Handziehwagen. Was die einzelnen Attraktionen betrifft, schwankt der Nervenkitzel zwischen „WAAAHHH!“ bis hin zu „NO WAY!“. Viel Liebe zum Detail steckt in der Gestaltung der Parknatur. Zwischen Aralienarten und Seerosenteichen mit Riesen-Kois wähne ich mich in einem botanischen Garten. Gegen Nachmittag erreichen wir das unbestrittene Park-Highlight: den Riesenrutschenturm. Zu sehen, wie mein Sohn völlig unbeeindruckt eine fast senkrechte Rutsche hinunterflitzt, lässt mein Mutterherz aussetzen. Meinen Mann lässt das indes kalt. Er schnappt sich die Kleine, um die weniger waghalsigen Rutschenvarianten zu erkunden. Am späten Nachmittag gelingt es mir endlich, alle weiterzulotsen.

Mit dem Wildfreigehege betreten wir eine scheinbar andere Welt. Die Landschaft ist hier mit Trauerweiden, einem kleinen See und Bänken so lieblich gestaltet, dass ich jetzt schon weiß, wo wir nächstes Mal picknicken. Tatsächlich schaffen wir es gerade noch so zur letzten Fahrt des Tages, die das Bilderbuch-Riesenrad mit seinen maurisch anmutenden Gondeln drehen sollte. Drei gemächliche Runden später, sind wir nicht nur um einen Blick aus der Vogelperspektive auf den gesamten Park reicher, sondern auch auf das kulturell spannende Umland, das mit historischen Städten und Schlössern am Horizont nicht geizt. Idee fürs nächste Mal: einen Zwei-Tages-Besuch der Gegend einplanen.

Dann ist es auch schon kurz vor 18 Uhr, und in mir steigt Panik auf, dass wir gleich unsanft an die Schließzeit erinnert werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Eine Parkmitarbeiterin, die wir nach dem schönsten Pfad durch den Wald befragen, weist uns freundlich Richtung Streichelgehege. Auf dem Weg dorthin sind meine Stadtkinder außer sich über die Wildrudel, die zwar nicht handzahm sind, aber doch tiefenentspannt an uns vorbeischlendern. Die nächste halbe Stunde (ja, der Park hat da bereits offiziell geschlossen) gehört ganz den Ziegen. Diese letzte Stunde mit ihrer friedlichen Abendstimmung inmitten des Waldes und umgeben von Tieren ist für uns alle spürbar der perfekte Ausklang, um nach den vielen Eindrücken des Tages runterzukommen.

 

Kategorien: Kaleidoskop , Unterwegs mit Kind