Unterwegs mit Kind

Aufgepasst im Straßenverkehr

Gloria Wintermann (gw) · 09.09.2019

Der Schulweg ist einer der wichtigsten Erinnerungen an die eigene Schulzeit, begleitet er einen doch recht lang, bietet Möglichkeit zur Zerstreuung und Zeit mit Freunden. Er ist ein weiterer wichtiger Schritt in die eigene Selbstständigkeit. Egal mit welchem Fortbewegungsmittel – das Wichtigste dabei ist, möglichst sicher und wenig gestresst zum Ziel zu gelangen. Eltern bewegen dabei viele Fragen gleichzeitig: Welches Fortbewegungsmittel ist das richtige für mein Kind? Wie sollten sich Kinder im Straßenverkehr verhalten? Was können wir als Eltern tun, um sie dabei zu unterstützen? Kind & Kegel ist der Frage nachgegangen, wie unsere angehenden und frisch gebackenen Grundschüler sicher zum Ziel gelangen können.

Die Sommerferien sind zu Ende. Montag morgen 7:15 Uhr auf der Beethovenstraße in Dresden Langebrück und den meisten Hauptstraßen in anderen Stadtteilen Dresdens: Der Berufsverkehr rollt in vollen Zügen. PKWs, LKWs, Baufahrzeuge kommen um die Kurve gebraust. So manch ein Autofahrer fährt in der Eile mehr als 30 km/ h an der vorgeschriebenen Stelle vor der Grundschule. Die wenigen Parkflächen unmittelbar vor dem verkehrsberuhigten Bereich der Grundschule füllen sich schnell. Mittendrin die ABC-Schützen – zu Fuß, mit dem Roller, Fahrrad, Bus, Inline Skates, von ihren Eltern gebracht.

Schulweg als Erlebnisweg

Der Schulweg ist einer der wichtigsten Erinnerungen an die eigene Schulzeit, begleitet er einen doch recht lang, bietet Möglichkeit zur Zerstreuung und Zeit mit Freunden. Er ist ein weiterer wichtiger Schritt in die eigene Selbstständigkeit. Egal mit welchem Fortbewegungsmittel
– das Wichtigste dabei ist, möglichst sicher und wenig gestresst zum Ziel zu gelangen. Eltern bewegen dabei viele Fragen gleichzeitig: Welches Fortbewegungsmittel ist das richtige für mein Kind? Wie sollten sich Kinder im Straßenverkehr verhalten? Was können wir als Eltern tun, um sie dabei zu unterstützen? Kind & Kegel ist der Frage nachgegangen, wie unsere angehenden und frisch gebackenen Grundschüler sicher zum Ziel gelangen können.

Selbständigkeit fördern

Um ein Gespür für Gefahren im Straßenverkehr zu bekommen, sollten Kinder so früh wie möglich auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr
vorbereitet werden. Das passiert am besten, wenn sie schon zeitig lernen, den Weg zur Schule allein zurückzulegen. Wer nur auf der Rückbank
im Auto sitzt, lernt wenig. Das ideale Fortbewegungsmittel für mein Kind Liegt die nächste Grundschule im 5 Kilometer entfernten Nachbarort, dann bietet sich, falls verfügbar, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern oder, wenn es gar nicht  anders geht, das ‚Elterntaxi‘ an. Der Verkehrsclub Deutschland empfiehlt für jüngere Grundschüler und kurze Strecken die eigenen Füße als Verkehrsmittel der ersten Wahl, sofern der Weg nicht deutlich länger als 1,5 Kilometer ist. Schulweg per pedes beugt Bewegungsmangel vor, wird dem kindlichen Bewegungsdrang gerecht und schult die Sinne im Straßenverkehr. Mittlerweile gibt es in einigen deutschen Städten wie München oder Leipzig Pedibusse bzw. laufende Schulbusse. Kinder laufen, meist geführt von einem Erwachsenen, in Zweier-Kolonnen entlang einer festen Route zu Sammelpunkten. Dort werden sie abgeholt und später wieder zurückgebracht.

Sicherheit vor Schnelligkeit

Der kürzeste Schulweg muss nicht auch der sicherste sei. Ein Schulwegplan, herausgegeben von einigen Schulen und Gemeinden, kann Eltern
dabei helfen, Problemstellen zu erkennen und einen Umgang mit ihnen aufzeigen.

Übung macht den Meister & Lernen am Vorbild

Erstklässlern fehlt oft noch der Sinn für Gefahren. Das Sichtfeld ist noch eingeschränkt. Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge können
noch nicht richtig eingeschätzt werden. Häufig gehen Erstklässler noch fälschlicherweise davon aus, dass sie von anderen  Verkehrsteilnehmern, die Kinder mit eigenen Augen wahrgenommen haben, in jedem Fall auch gesehen werden. „Eins muss klar sein: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Kinder sehen und hören anders, schätzen Situationen falsch ein. Sie lassen sich rasch ablenken, reagieren spontan und impulsiv. Sie verhalten sich in der Gruppe anders, als wenn sie alleine gehen. Gehen Sie daher Ihrem Kind mit gutem Beispiel voran. Durch vorbildliches Verhalten von Bezugspersonen lernt es mehr als durch ständige Hinweise und Ermahnungen,“ sagt Thomas Geithner, Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden. Familien können den Schulweg üben, um auf mögliche Gefahren z.B. am Zebrastreifen,  Kreuzungen, Fußgängerampeln, Bushaltestellen, parkende Autos, Sichthindernisse u.a. aufmerksam zu machen. Dann bietet sich ein Rollentausch an: das Kind übernimmt die Rolle des Erwachsenen und erklärt, was es macht und worauf es achten muss. Eltern können dabei
auch Fragen stellen, um den Sprössling zu testen: z.B. Du siehst auf der anderen Straßenseite einen Freund. Was machst Du?; Wie reagierst Du, wenn Dich eine fremde Person ansprichst?; Wen fragst Du, wenn Du Hilfe brauchst? Wenn Eltern das Gefühl haben, dass ihr Kind den Schulweg sicher navigieren kann, dann fällt das Loslassen in den nächsten Schritten zum Großwerden leichter.

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