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Universitätsschule Dresden ist eröffnet

Maria Grahl (mg) · 19.08.2019

Die neue Schulbibliothekt. Bis zum Schluss wurde im Gebäude der Cämmerswalder Straße gebaut.

Die neue Schulbibliothekt. Bis zum Schluss wurde im Gebäude der Cämmerswalder Straße gebaut.

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist heute, 19. August 2019, die Universitätsschule Dresden feierlich eröffnet worden. Der Schulversuch ist ein bundesweit einzigartiges Projekt, in dem klassen- und fächerübergreifender Projektunterricht stattfindet. Begleitet werden die Lernprozesse der SchülerInnen durch digitale Werkzeuge und einer eigens entwickelten Software. Die Schule befindet sich in kommunaler Trägerschaft und arbeitet eng mit der TU Dresden zusammen.

Bis zur letzten Minute wurde in der neuen Universitätsschule gewerkelt, gestrichen und geräumt, damit heute alle pünktlich starten können. Die neue Schule hatte schon im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit gesorgt, denn das zugrundeliegende Konzept ist einzigartig.

  • Es gibt keine Klassen. Die Schüler lernen jahrgangsübergreifend in Projekten.
  • Es gibt keine Tafeln und klassischen „Frontalunterricht“. Mithilfe von Lernbegleitern, den Lehrern, erarbeiten sich die Schüler ihr Wissen selbstständig.
  • Die individuellen Lernprozesse der Schüler werden digital aufgezeichnet und so nachvollziehbar. Die Lernbegleiter sehen anhand der eigens für die Schule entwickelten Software, welches Kind wo noch aufholen muss oder schon besonders weit ist.
  • Damit wird es leichter, Kinder mit Förderbedarf aber auch sog. „Hochleister“ besser abzuholen.
  • Es gibt zwar Zeugnisse mit Zensuren, innerhalb eines Schuljahres aber ausschließlich schriftliches Feedback zum Leistungsstand.
  • Statt Ferien nehmen die Kinder Urlaub, der innerhalb der sächsischen Ferien stattfinden kann aber nicht muss.
  • Die Schule ist als Schulversuch gedacht, in dem Unterrichtsmethoden erprobt und weiterentwickelt werden.
  • Besonders die Lehrerausbildung der TU Dresden soll hier eng angekoppelt werden.

Zum ersten Mal wird Schule ausgehend von der individuellen Entwicklung jedes einzelnen Schülers geplant und ermöglicht damit individuelle Lernwege. „Die Schülerinnen und Schüler werden eine ganz andere Form des Unterrichts kennenlernen“, sagt der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, bei der feierlichen Eröffnung. „Eine Schule, die Lernen in neuen Dimensionen denkt – bei der das individuelle Lernen und der Entwicklungsweg eines jeden einzelnen Schülers im Mittelpunkt steht. Für uns als TU Dresden ist die Universitätsschule ein Meilenstein in der Bildungsforschung.“ Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Das Ziel der Universitätsschule ist nichts Geringeres als die Schule der Zukunft zu Leben und zu erforschen.“

Die wissenschaftlich-pädagogische Konzeption wurde von Wissenschaftlern der Fakultät Erziehungswissenschaften entwickelt. Prof. Anke Langner hat die Planung und Umsetzung der Universitätsschule von Anfang an als Projektleiterin begleitet. Vier Jahre dauerte es, bis die Universitätsschule an den Start gehen und eröffnen konnte. „Die Eröffnung einer Schule mit so einem einzigartigen Konzept in kommunaler Trägerschaft ist ein Kraftakt“, lobte Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange die Anstrengungen der Projektleiterin.


Maxi Heß, Leiterin der Universitätsgrundschule, gibt einen Einblick in einen möglichen Schultag.


Alle Plätze in der Schule sind so konzipiert, dass schnell umgebaut werden kann. So kann man immer die Lernumgebung schaffen, die man gerade braucht.

 

Mit 200 Schülern der Klassen 1, 2, 3 und 5 startet die Universitätsgrund- und Oberschule Dresden in der Cämmerswalder Straße. Nach der Ausbauphase sollen es bis 2024 rund 750 sein.

universitaetsschule.org

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