Stadtgespräch

Kultusminister will an Benotung der Sozialkompetenzen festhalten

Dirk Reelfs - SMK · 28.11.2018

Nachdem das Verwaltungsgericht Dresden in einem gestrigen Beschluss Kopfnoten in Schulzeugnissen für nicht verfassungsgemäß hält, ist in Sachsen die Diskussion darüber entbrannt. Für Kultusminister Christian Piwarz steht jedoch fest: „Eine Bewertung der sozialen Kompetenzen von Schülern steht für mich nicht zur Disposition.“

Bei den Kopfnoten handelt es sich tatsächlich um eine Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülern an der Schule und im Unterricht. „In Zeiten, in denen wir einen zunehmenden Werteverfall in der Gesellschaft beklagen, wo verbale Grenzüberschreitungen schnell auch  in Gewalt nicht nur gegenüber Mitschülern und Lehrern ausarten, muss Schule mehr denn je auch ihrem Erziehungsauftrag nachkommen. Schon allein deshalb ist eine Einschätzung der sozialen Kompetenzen von Schülern nicht nur legitim sondern zwingend notwendig“, macht Minister Christian Piwarz deutlich.

Bewertung von Sozialkompetenzen im Zeugnis

In Sachsen werden außer in den Abschlusszeugnissen die Sozialkompetenzen von Schülern bis zum ersten Halbjahr der zehnten Klasse bewertet. Benotet werden auf einer Skala von „sehr gut“ (Note 1) bis „mangelhaft“ (Note 5) das Verhalten in Betragen, Mitarbeit, Fleiß und Ordnung. Die Einschätzungen werden nicht nur von einer Lehrkraft vorgenommen, sondern von der Klassenkonferenz, sprich allen Lehrerinnen und Lehrern, die die Schüler der Klasse unterrichten.

Was ist "Betragen"?

Was ist mit Begriffen wie ‚Betragen‘ gemeint? In den jeweiligen Schulordnungen sind diese Begrifflichkeiten untersetzt. Mit ‚Betragen‘ sind zum Beispiel gemeint Zivilcourage, Rücksichtnahme, Toleranz, Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft. ‚Ordnung‘ umfasst etwa Sorgfalt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit sowie die Einhaltung von Regeln und Absprachen.

„Mir ist völlig unverständlich, wie man das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das spätere Berufsleben so wichtige Sozialverhalten infrage stellen kann“, beklagt Christian Piwarz. Für den Minister steht fest: „Wir wollen an der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens festhalten. Deshalb prüfen wir sehr sorgfältig, die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Dresden vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen anzugreifen.

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