Stadtgespräch

Ein Muss für alle Kinder

Birgit Steigert · 28.11.2018

Kinder und Kunst, die einen lieben es, die anderen sind noch etwas zurückhaltend, um es vorsichtig auszudrücken. In Dresden gibt es jetzt eine interaktive Kunstausstellung – die Kinderbiennale. Das Thema „Träume & Geschichten“ wird immer neu interpretiert und die sonst passive Zuschauerrolle wird komplett aufgeben. Eine Auswahl internationaler Künstler bringt den Kindern vollig neue Eindrücke nahe. Mir war schon vorher klar, dass dieses Konzept sicher spannend ist, aber von dieser extremen Begeisterung unserer mitgenommenen Kinder war ich doch überrascht.

Los ging es mit einigen Freundinnen meiner 8-jährigen Tochter ins Japanische Palais. Die Mädels waren zuerst ein wenig unlustig und eher auf spielen und toben aus. Aber schnell war der Damm gebrochen, als es darum ging, mit farbigen Eiswürfeln ein gemeinschaftliches Kunstwerk zu erschaffen. Die Kinder kreiiren dort nicht statische Werke, sondern Kunst, die sich immer wieder verändert oder vergänglich ist. Das hat die Kinder ergriffen, fasziniert und abgeholt.

 In tiefe traumhafte Unterwasserwelten sind die Kinder im nächsten Raum von Team Lab abgetaucht. Völlig selbsterklärend war klar, was zu tun war, nämlich Fische und Unterwassertiere auszumalen, ganz leicht selbst einzuscannen und schwupps fanden die Kinder ihre Quallen, Fische und Schildkröten nun aber interaktiv animiert im Meer schwimmend wieder. Die Tiere erhielten sofort eigene Namen von den Kindern und wurden immer wieder gesucht, gefangen und verloren. Die Mädchen waren fasziniert, dass ihre Tiere „am Leben“ waren und damit war diese traumhafte Erfahrung, an Euphorie der Mädchen fast nicht mehr zu bremsen.

Spannungsvolles Erlebnis

Auch ein spannungsvolles Erlebnis war für die drei, in eine Welt aus Illusionen, Glas und Spiegeln einzutauchen. Sie blickten in einen scheinbaren Abgrund. Erkundeten einen schier ins Unendliche gehenden Raum und spielten mit der eigenen Wahrnehmung. „Können wir auf diesen Glasplatten laufen?“ Nach einigen Anläufen haben es alle drei gewagt.

Ob die Kinder nun die Schwerkraft austricksten und mit einem an Ballons schwebenden Stuhl erkunden konnten, thermosensible Wände mit ihren eigenen Handabdrücken gestaltet haben oder ein Bad in goldenen Bonbons genommen haben, immer war die eigene Fantasie auf ganz andere Weise gefordert und die Kinder haben das Thema der Biennale tatsächlich ausgelebt und traumhaft erkundet. Leider war die 3-D Druckwerstatt noch nicht geöffnet. Ein Grund mehr, zu einem der vielen Workshops wieder zu kommen.

Diese ganz neuartige Präsentationsform von Kunst für Kinder und Erwachsene kokettiert mit dem Namen Biennnale und knüpft damit an große internationale Ausstellungen an. Zu Recht wie wir finden, diese Ausstellung hat internationales Flair und stellt Kunst für Kinder in neue inspirierende Zusammenhänge und lädt ein, aktiv kreativ zu sein. Und das beste – alles ist kostenlos. Ein Muss also für jede Familie, Kunst neu und zeitgemäß zu erleben.

 

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