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Besuch im Dresdner Kinder-Museum

Kathrin Muysers (km) · 29.08.2018

Foto: Kathrin Muysers

Foto: Kathrin Muysers

Es heißt ja oft, Kinder seien wie Schwämme. Saugen alles auf, was die Welt an Interessantem bereithält. Bei uns also kürzlich folgende Situation: es sind Ferien, es ist heiß, und die Schwämme – ein eigener und ein Nachbarsschwamm – sind ausgetrocknet. Heißt, es ist ihnen langweilig. Die Gelegenheit, das kürzlich neu gestaltete Kinder-Museum zu erkunden.

Eltern, legt das Elternsein ab!


Gleich zu Anfang der Ausstellung begehe ich einen Kardinalfehler, indem ich an die Sache herangehe wie ein Erwachsener, nämlich der Reihe nach, methodisch – und laaangweilig!. Denn natürlich ist eine Ausstellung, die sich den fünf Sinnen widmet, ganz darauf ausgelegt, diese Sinne auch zu kitzeln. Heißt, überall gibt’s was, das gesehen, erlauscht, geschmeckt, erschnuppert und ertastet werden will. Gigantisch große Modelle unserer Sinnesorgane, kurze Clips und jede Menge Sachen zum Anfassen. Also genau das, was normalerweise in Museen verboten ist. Wer dann darauf besteht, erst die Erklärtexte vorzulesen und die Kinder bei jeder Station ermahnt, doch bitte zu warten, macht sich den Besuch unnötig schwer. Zum Beispiel finden es die Kids cooler, Sachen via Kopfhörer in „einfacher Sprache“ erklärt zu bekommen, als wenn Mama die Oberlehrerin mimt.


Barrierefreiheit: jeder Mensch ist anders


Besser: springen lassen, Zeit zum Verweilen einplanen, auch wenn es ja noch ganz viel Anderes zu sehen gäbe, und vor allem: warten, bis es von alleine Fragen hagelt. Dazu gehört auch jene, was es mit den Videos in Gebärdensprache auf sich hat. So kann man ganz beiläufig erklären, dass die Sinne bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind, und warum Barrierefreiheit wichtig ist.

Und was kriegt man, wenn man so einen kleinen Schwamm auswringt? Bunte Kreidebrühe. Heißt: auf die Frage, was den Kiddies am besten gefallen hat, kommt ein entwaffnendes: „ALLES!“.


Nicht nur bei Regen ein Bespaßungs-Segen


Übrigens: dass das Kinder-Museum zu den Top-Sehenswürdigkeiten bei Schmuddelwetter gehört, dürfte klar sein. Doch seit unserem jüngsten Besuch wissen wir, wie angenehm der Aufenthalt in einem klimatisierten, nicht überlaufenen Museum auch dann ist, wenn draußen dreißig Grad herrschen. Tipp: Ein Besuch im nahegelegenen Freibad ist nach so viel Input wie einmal Tafel wischen für die Kleinen. Danach sind sie so nass und vollgesogen, wie es sich für Schwämme gehört.




Dresdner Kinder-Museum
www.dhmd.de


Service/Buchungen
Telefon: 0351 4846-400
Mo–Fr 8–12 und 13–16 Uhr
E-Mail: service@dhmd.de

Altersempfehlung
5–12 Jahre; Kinder unter 10 Jahren dürfen die Ausstellungen im DHMD nur in Begleitung Erwachsener besuchen.

Tags: Deutsches Hygiene Musuem Dresden , DHMD , Kinderausstellung , Wohin mit Kind am Wochenende? , Wohin mit Kind in Dresden?

Kategorien: Stadtgespräch , Unterwegs mit Kind , Lesen // Hören // Sehen